Wie können Start-Ups die Demokratie stärken, Moritz Schlageter?

Shownotes

Anfang des Jahres 2024 sorgte die Correctiv-Recherche zum Treffen von hochrangigen AfD-Politikern, Rechtsextremen und Unternehmern für Massenproteste in ganz Deutschland. Auch bei Moritz Schlageter und seinem Team von torq.partners – einer Unternehmensberatung mit Fokus auf Finanzen und Personalfragen – löste sie einiges aus. Mitunter: den Wunsch, Demokratie im und mit dem eigenen Unternehmen zu stärken. In dieser Folge von „Democracy@Work“ berichtet Schlageter, welche Maßnahmen die Unternehmensberatung seither ergriffen hat, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Außerdem erklärt Franzi von Kempis, Journalistin, Autorin und Beraterin, worauf es dabei ankommt. Sie berät seit Jahren Unternehmen bei der Entwicklung ihrer politischen Haltung und berichtet in dieser Folge aus ihrer Erfahrung.Wie wird aus Haltung Handlung?


Der Podcast Democracy@Work entstand im Rahmen des Projekts Business Council for Democracy (#BC4D). Der BC4D ist ein Netzwerk von Arbeitgebern, das sich für Demokratie am Arbeitsplatz einsetzt. Dazu gehören unter anderem Schulungen zur Ausbreitung von Hassrede, Desinformation und Verschwörungserzählungen. Der BC4D ist ein Gemeinschaftsprojekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und des Institute for Strategic Dialogue.


Dieser Podcast wird produziert vom Studio ZX, ein Unternehmen des ZEIT Verlags.

Weitere Informationen gibt es außerdem hier:

Redaktion: Anna-Lena Limpert, Sophia Becker, Elisabeth Niejahr, Mona Mann Moderation: Sophia Becker, Elisabeth Niejahr, Jonas Ross Projektmanagement: Mona Mann, Bjarne Kuhrt, Theresa Birreck

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00:00:00: Democracy at work. Wie kann Engagement für Demokratie in Unternehmen gelingen? Ein Podcast des Business Council for Democracy, kurz BCVD. Die gemeinnützige Hertie Stiftung hat mit zwei Partnern der Robert Bosch Stiftung und dem Institute for Strategic Dialogue den BCVD als Netzwerk geschaffen, das Arbeitgeber mit einem Zweck zusammenbringt Demokratie stärken. In diesem Podcast zeigen wir, wie Unternehmen das ganz praktisch umsetzen.

00:00:36: Am 10. Januar 2024 machte die Redaktion von Correctiv eine Recherche öffentlich Geheimplan gegen Deutschland? So heißt der Artikel, der die Ergebnisse dieser Recherche zusammenfasst. Und darin wird berichtet, dass sich hochrangige AfD, Politiker, Rechtsextreme und Unternehmer im November 2023 in Potsdam getroffen haben. Bei diesem Treffen soll es unter anderem um die Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland gegangen sein.

00:01:14: Die Recherche zog ein gewaltiges mediales Echo nach sich und sie sorgte für Massenproteste in vielen Städten Deutschlands. Knapp 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger gingen Anfang des Jahres 2024 auf die Straße und an ihrer Seite auch Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich ebenfalls äußerten, Haltung zeigten und etwas tun wollten. Gemeinsam für Demokratie. Und über eines dieser Unternehmen sprechen wir in dieser Folge.

00:01:45: Hi, ich bin Jonas Ross und das ist Democracy at Work.

00:01:55: Die rechtsextremen Pläne, die bei dem Geheimtreffen diskutiert wurden, haben in seinem Unternehmen etwas verändert. Dieses Negativerlebnisse hat aber eigentlich dazu geführt, dass wir als Managementteam sehr eng zusammengewachsen sind, und zwar Startschuss für unsere Transformation. Das ist Moritz Schlageter. Er ist später zu Gast im Interview mit den Moderatorinnen Elisabeth Nier und Sophia Becker. Schlageter ist Mitgründer und Managing Partner bei Talk Partners Torq, einer Unternehmensberatung mit Fokus auf Finanzen und Personalfragen und als Schlageter und seine Kollegen aus der Geschäftsführung von der CORRECTIV Recherche erfahren.

00:02:40: Da ist ihnen schnell klar Sie wollen etwas tun. Sie wollen sich für demokratische Werte stark machen und die auch intern bei Talkpartners leben, zusammen mit allen Mitarbeitenden.

00:02:56: Aber wie schafft man das, ein Unternehmen demokratisch zu machen? Welche Methoden und Werkzeuge sind sinnvoll? Wer gibt die Richtung vor? Und wie stellt man sicher, dass niemand zurückbleibt? Das schauen wir uns an zuerst in unserer Rubrik Science at Work und mithilfe einer Expertin. Science at Work.

00:03:24: Mitarbeitende eines Unternehmens profitieren von demokratischen Strukturen und Angeboten. Das wissen wir schon aus Folge drei dieses Podcasts. Aber wie erschafft man diese Strukturen und Angebote im ersten Schritt? Worauf muss man als Unternehmen achten? Das weiß sie. Ich würde immer für eine klare gesellschaftspolitische Positionierung plädieren. Das ist Franzi von Campus. Die auf einer durchdachten, klaren Haltung basieren sollte Und ich dachte sage ich deshalb, weil ich dachte, für mich beinhaltet, dass es nicht ein Quick Shot ist, wo man sagt Wir gehen da jetzt mal raus.

00:04:04: Da ist jetzt was passiert, wir müssen was dazu sagen, sondern dass man wirklich sagt, Wie stehen wir denn dazu? Können wir das, was wir nach extern geben, auch intern überhaupt auffangen? Die ehemalige Journalistin hat in der Vergangenheit unter anderem zwei NGOs geleitet und in der Pandemie auch mal ein Impfzentrum von Campus hat eine große politische Influencer Kampagne initiiert und ein Sachbuch über den Widerspruch gegen Populismus geschrieben. Sie berät Unternehmen bei der Entwicklung von politische Haltung und dabei, wie man die dann auch noch kommuniziert von Campus unterscheidet, also zwischen schneller Meinung und echter Haltung und für echte Haltung.

00:04:45: Da müsse man erst mal intern anfangen, sagt sie. Ich würde da starten mit Was ist euer Antrieb? Warum wollt ihr das machen und wie wollt ihr euch intern dafür aufstellen? Ich würde immer dazu raten, rein auch aus kommunikativer Perspektive, dass man sich Gedanken macht, wie man es intern angeht und vor allen Dingen, wie man eine Haltung intern findet und diese intern auch kommuniziert, bevor man mit so einem Thema rausgeht. Und ein möglicher Hebel, Demokratie im Unternehmen zu verankern und zu leben, ist das sogenannte Corporate Voluntaring, also ehrenamtliches Engagement, das vom Unternehmen gefördert wird, zum Beispiel indem es Mitarbeitende für ihr Engagement freistellt.

00:05:26: Auf dieses Konzept kommen wir später noch einmal zurück.

00:05:32: Wenn sich Menschen ehrenamtlich engagieren, stärken sie demokratische Strukturen innerhalb von Gemeinschaften. Studien zeigen, dass Corporate Volunthearing darüber hinaus die Zufriedenheit von Mitarbeitenden steigern kann und dass sie sich häufig stärker mit dem eigenen Unternehmen verbunden fühlen und sich stärker mit ihm identifizieren. Aber natürlich ist Corporate Steering nicht die einzige Möglichkeit. Klar, denn Corporate Voluntaring ist. Ein Anfang, in dem man den Leuten die Möglichkeit gibt, rauszugehen und zu sagen Ich kann mich einsetzen für ein Thema, was mir wichtig ist.

00:06:08: Ebenso gibt es Unternehmen, die zum Beispiel Leute aus Schichten freistellen, um Wahlhelfer zu sein. Genauso kann man sagen Wir merken, dass es vielleicht manche überfordert, wenn wir in der kleineren Gruppe über politische oder gesellschaftspolitische Anlässe sprechen.

00:06:27: Wir überlegen uns eine Informationsreihe, an der alle teilnehmen können und wo es nicht darum geht, dass Einzelpersonen sofort mitdiskutieren müssen, sondern wo wir erst mal Informationen vermitteln. Aus meiner Sicht ist eine politische, glaubwürdige Positionierung dann authentisch und glaubwürdig, wenn sie tatsächlich intern vor extern gedacht ist, wenn sie durchdacht ist. Ein Statement auf Ex oder LinkedIn gegen Rechtsextremismus und für Demokratie ist dann glaubwürdig, wenn es nach innen auch so gelebt wird, sagt von Kempes. Wenn die Aussage mit Taten untermauert wird, auch wenn es mal unbequem wird.

00:07:06: Es ist eine schwierige Zeit im aktuellen Klima, wo wir, glaube ich, hoffentlich noch viele Leute sehen werden, die sich gegen starke Widerstände stellen müssen, die laut bleiben. Ob das extern oder intern ist, wenn es unbequem ist und die sich hinter Werte stellen, die andere vielleicht längst über Bord geworfen haben. Und darauf hoffe ich. Und daran würde ich gerne weiter dran helfen. Je nach Region und politischem Umfeld haben es manche Unternehmen schwerer als andere. Das weiß von Campos aus ihrer beratenden Tätigkeit.

00:07:37: Gerade deswegen brauche es Mut und Vorbilder, die vorangehen.

00:07:45: Ich wünsche mir eine Situation, in der alle, die wollen, in aller Vielfalt der Meinung das tun können, die das tun wollen. Und ich wünsche mir ein stärkeres Bewusstsein und auch ein viel stärkeren Austausch untereinander. Wie man das macht, dass man es machen kann und dass man damit in Teilen natürlich auch Leuten ein Vorbild sein kann. Seiner Belegschaft hilft aber, die auch nicht immer zu 100 % mit einem übereinstimmen müssen, aber sich daran orientieren können, wo man steht als Arbeitgeber oder als Arbeitgeberin.

00:08:17: Und nun wollen wir also wissen Wie zeigt sich demokratische Neuausrichtung bei Moritz Schlageter und seinem Team von Talk Partners? Wie haben Sie gemeinsam eine Haltung entwickelt und diese intern verankert? Welche Formate hat das Unternehmen für sich gefunden? Und das erklärt er am besten selbst.

00:08:43: Schlageter ist Mitgründer und Managing Partner von Talk Partners, einer Finance und HR Beratung vor der Gründung von Talkpartners war er dort Interim CFO, Seniorpartner einer Finance Beratung sowie Head of Finance and Operations in einem führenden Medienunternehmen. Zusätzlich zu seinen Leadershipaufgaben arbeitet Moritz daran, gesellschaftspolitische Verantwortung als Kernbestandteil in der Strategie von Talkpartners zu verankern.

00:09:14: Und was das bedeutet, darüber sprechen Elisabeth Nia und Sophia Becker mit ihm. Elisabeth Nia ist Geschäftsführerin der gemeinnützigen Hertie Stiftung. Die Hertie Stiftung fördert Menschen und Projekte im Rahmen ihrer Leitthemen Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Und Sophia Becker leitet innerhalb der Hertie Stiftung den Business Council for Democracy, kurz BCVD. Das ist ein Netzwerk von Arbeitgebern, das sich für Demokratie am Arbeitsplatz einsetzt. Also damit übergebe ich an die beiden.

00:09:47: Los geht's mit dem Gespräch mit Moritz Schlageter von Talkpartners.

00:10:00: Hallo, mein Name ist Sophia Becker. Und ich bin Elisabeth Niejahr. Hallo und wir sprechen heute mit Moritz Schlageter. Er ist Gründer und Managing Partner von Talk Partners. Herzlich willkommen, Moritz. Schön, dass du da bist und heute mit uns sprichst. Hallo. Schön, dass ich dabei sein darf. Moritz Wir starten im Big Four die Podcasts immer mit einer kurzen Rubrik, Die heißt Choice at Work. Du bekommst immer zwei Antwortmöglichkeiten und du antwortest mit der, die dir intuitiver erscheint und wir legen gleich los.

00:10:32: Schulz.

00:10:38: Ich fange mal an neutral oder parteiisch. Neutral. Laut oder leise. Laut. Kompromiss oder Prinzipien. Kompromiss. Demo oder Go fanden die Kampagne. Demo Optimistisch oder pessimistisch? Optimistisch Reden oder fragen? Fragen. Pflicht oder Freiwilligkeit? Freiwilligkeit. Lokal oder global? Global. Langsam oder schnell? Schnell. Risiko oder Sicherheit? Risiko.

00:11:11: Lieber Moritz, zu Beginn dieser Folge haben wir noch mal gehört, was die CorrectivRecherchen Anfang vergangenen Jahres ausgelöst haben. Auch bei vielen Unternehmern und Unternehmerinnen. Vielleicht magst du uns zu Anfang noch mal erzählen, wie das bei euch war, denn dein Startup ist wirklich so ein Beispiel gewesen, wo das einen Bewusstseinswandel hervorgerufen hat Bei dir persönlich, bei deinen Mitarbeitenden, aber auch bei einem deiner Gründer? Genau. Es gab eigentlich ziemlich genau vor einem Jahr zwei Events, die uns als Gründer und Management Team Beeinflusst, haben wir einen positiv Event und wir haben ein negativ Event erlebt und das Negativ Event waren.

00:11:52: Diese Correctiv Recherchen im im Januar 2024. Es ist so, dass einer meiner Mitgründer türkischem Migrationshintergrund hat und diese Recherchen haben bei ihm persönlich sehr viel ausgelöst und es hat einige Wochen gedauert, bis es ihm überhaupt möglich war, darüber zu sprechen. Dieses Negativ Erlebnis hat aber eigentlich dazu geführt, dass wir als Managementteam sehr eng zusammengewachsen sind und war Startschuss für unsere Transformation. Ja, suchen wir noch mal zurück in diese Zeit, Anfang 24 Damals ging das mit den Demos los.

00:12:30: Bundesweit im ganzen Land wurde diskutiert über Rassismus. Das Wort Remigration, Deportation war in aller Munde. Die Frage, wie man mit Rechtspopulismus umgeht und auch viele Unternehmen haben sich damit beschäftigt, wie sie eigentlich in ihrer Unternehmenskultur so die Zeichen auf Integration, Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen und auch Zivilcourage eintreten gegen Rassismus.

00:13:01: Wie sie das alles transportieren, kommunizieren können, wie sie damit umgehen können. Nimm uns doch einfach mal so mit in das Jahr 24, wie das bei euch damals gelaufen ist. Sehr gerne. Ich würde sogar im Jahr 2023 anfangen. Wir können da auch einfach direkt in den Dezember 2023 gehen, weil zu dem Zeitpunkt hatten wir uns noch überhaupt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt. Welche Verantwortung haben wir als Unternehmen über das Wirtschaftliche hinaus? Bis dahin ging es immer nur darum, Wie können wir wirtschaftlich nachhaltig ein Unternehmen aufbauen? Wir haben keine Investoren, Wir haben alles aus dem eigenen, aus dem eigenen Cashflow generiert.

00:13:40: Das Wachstum auf 100 Mitarbeitende. Wir sitzen deutschlandweit verteilt bis zum Jahreswechsel 23 24 haben wir uns mit dem Thema nicht auseinandergesetzt. Und dann gab es eben zwei Events, die Auslöser waren für einen Transformationsprozess, durch den wir jetzt seit zwölf Monaten laufen. Es gab ein schönes Event. Es war ein Positiv Event, ein Buch, was ich gelesen habe, Das Patagonia Gründers. Das Buch heißt People Go Surfing, wo ich zum Ersten Mal darüber nachgedacht habe. Das ist eben, dass man eine Firma nutzen kann, um Gutes zu tun und nicht nur in Anführungszeichen Arbeitsplätze zu schaffen und einen Lebensstandard den Mitarbeitern zu gewährleisten, sondern es gab vor allem dieses negative Event, die Kollektivrecherchen im Januar.

00:14:22: Mein Mitgründer war über Wochen, ich würde sagen nicht ansprechbar, weil dieses Event in ihm sehr viel ausgelöst hat. Er hat türkischem Migrationshintergrund und hatte das Thema sicherlich auch verdrängt. Wir hatten in der Vergangenheit immer darüber gesprochen, wie viel schwerer seine Jugend war im Vergleich zu meiner Aber im Januar 2024 kam es dann letztendlich oder im Februar 2024 kam es letztendlich dann zu dem Punkt, wo dieses positive Erlebnis auf dieses negative Erlebnis getroffen ist und wir im Management uns gemeinsam Gedanken gemacht haben, wie wir unser Unternehmen führen wollen.

00:15:01: Und ehrlicherweise war das eine sehr kurze, aber intensive Diskussion und wir sind aus diesem Termin rausgegangen und uns war klar, es ist eine Zeitenwende. Wir werden uns als Unternehmen für die Demokratie einsetzen. Und was war dann euer erster Schritt? Was habt ihr als erstes gemacht, um das anzugehen? Denn Haltung zeigen zu wollen, ist ja erst mal leicht gesagt. Aber was macht man dann eigentlich als erstes? Besonders wenn man sich vorher noch gar nicht damit auseinandergesetzt hat? Total.

00:15:32: Ich glaube sogar, dass das das Commitment im Management war der einfachste Schritt. Da hatten wir auch gar keine Sorgen, dass die anderen da nicht mitziehen. Also nachdem das gesamte Management. Daumen hoch gegeben hat. Wir wollen es anders angehen. Wir wollen für die Demokratie kämpfen. Gab es die Orientierungsgespräche unter anderem mit dem Business Council for Democracy, mit Joint Politics, mit einer Transformationsberatung, die uns geholfen hat, Was uns wichtig war als Management, dass wir sehr zeitnah unser Team, alle Mitarbeitenden mitnehmen.

00:16:02: Das heißt, es gab ein sehr emotionales Allianz mit einer sehr klaren Positionierung von uns als Management für die Demokratie. Wir haben uns für die freie Gesellschaft positioniert, aber auch sehr klar gegen die AfD. Es war total spannend zu sehen, wie die Mitarbeitenden darauf eingestiegen sind. Wir haben gesagt, Wer will mitarbeiten, Wir haben keine Ahnung, was wir tun werden. Wir werden Maßnahmen entwickeln, aber wir müssen uns erstmal zusammenraufen, überlegen, Was können wir tun? Welche Maßnahmen wollen wir entwickeln? Und.

00:16:36: Ja, das Feedback aus unserem Team war enorm. Wir haben über 40 % unserer Mitarbeitenden an Bord, um konkrete Maßnahmen zu entwickeln, wie wir als Unternehmen uns für die Demokratie einsetzen können. Nachdem ein Ruck durch unser Team gegangen ist, sind wir auch gleichzeitig parallel nach draußen gegangen und haben geguckt nach mit nach Verbündeten zu suchen. Aus der Start up Szene. Und da gab es einen Ctrlunch im Sommer letzten Jahres, wo es darum ging, die Stimmung unter Startups abzufragen, um zu schauen, was man gemeinsam tun kann, um für die Demokratie einzustehen.

00:17:14: Wir waren ja eingeladen da und ich muss sagen, mich hat die Stimmung und die Atmosphäre da auch sehr beeindruckt. Das war ja ein Umfeld, in dem größere Unternehmen sich auch zu Wort gemeldet hatten. Man muss sich ja noch mal daran erinnern Das erste Halbjahr 24 war eine Zeit, wo der Bundespräsident in Stuttgart mit Gesamtmetall aufgetreten ist, wo CEO von großen Unternehmen wie Volkswagen auf Demonstrationen gegangen sind. Viele andere Dinge, die man vorher so nicht kannte.

00:17:44: Es gab Kampagnen wie Zusammen Land, wo Unternehmen sich bekannt haben. Und ich habe damals bei diesem Lunch aber auch gedacht Mensch! Start ups, die teilweise Namen haben, die man nicht so kennt. Gerade die jüngeren, Neueren sind eigentlich eine unheimlich dynamische Kraft in der Gesellschaft. Das sind Leute, die Ideen haben, die Ressourcen haben, die qua Job für Innovationen zuständig sind. Und habe mich auch gefragt, wie kann man diese das am besten hebeln, dass man wirklich diesen Spirit, den man da bei diesem Treffen spüren konnte, auch für die Demokratie einsetzt? Würdest du das ähnlich sehen? Das gerade auch in der Szene eigentlich noch so ein bisschen ungenutztes Potenzial ist, das man abholen kann für die Gesellschaft insgesamt, aber eben auch für das Thema Demokratie.

00:18:29: Absolut. Also ich glaube, was uns als junge Unternehmen, als Start ups auszeichnet, ist das wir. Wir sind sehr risikofreudig. Wir probieren Dinge aus, Wenn sie nicht klappen, dann finden wir eine andere Lösung. Glaube 2/10 Start ups überleben überhaupt. Das heißt, es ist ein Unternehmertum da und die Start ups sind besetzt mit hoch qualifizierten Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Da ist so viel Dynamik, da ist so viel Potenzial da. Nur was mir bei dem Lunch eben auch aufgefallen ist, dass alle wollen, aber keiner weiß so richtig wie und dementsprechend.

00:19:05: Und da würde ich dir zustimmen. War in diesem Moment im Sommer letzten Jahres das Gefühl schon da Was machen wir jetzt? Alle wollen, was machen wir jetzt und wer macht den Anfang und hilft vielleicht wiederum den anderen Unternehmen mit? Insights? Was funktioniert, was funktioniert nicht? Ja, gerade die Start up Branche mit ihren vielen hochqualifizierten, dynamischen Leuten ist natürlich eigentlich auch prädestiniert für ein Thema wie Corporate Voluntaring und um das mal zu übersetzen, also das Phänomen, dass Unternehmen Mitarbeitende freistellen, um zum Beispiel Juristen oder Unternehmensberater oder Kommunikationsexperten, denen möglich die Möglichkeit zu geben, in ihrer Arbeitszeit pro bono, also ohne dass eine Initiative, ein Demokratieprojekt etwas dafür bezahlen muss, denen zu helfen.

00:20:02: Ich glaube, Sophia. Wir hatten ja auch bei unseren Events oder auch bei dem Event auch Beispiele kennengelernt, wie zum Beispiel die Initiative Joint Politics. Ich konnte es gar nicht mehr genau sagen, aber ich glaube, die haben auch gute Erfahrungen damit gemacht, dass sie kostenlose Unterstützung bekommen haben von Unternehmen, die sagen Hey, Demokratiearbeit, die ihr macht, finden wir wichtig, da stellen wir Leute ab. Das war so ein Beispiel, das damals, glaube ich, gezeigt wurde. Ja, Corporate Volontärin war bei dem Startup Lunch ein Thema. Wir haben ja auch neulich beim Business Council eine Session zum Thema gemacht.

00:20:36: Da gibt es viele Möglichkeiten. Und Moritz, Ihr bietet das ja auch an, ich glaube sogar für join politics. Kannst du mal erklären, welchen Vorteil das für euch hat und vor allen Dingen auch für die Organisationen, denen ihr da unter die Arme greift? Das ist schön, Elisabeth, dass du direkt die Werbung für uns machst, weil wir haben genau bei Join politics pro bono Arbeit geleistet. Bis heute. Das wusste ich wirklich nicht mehr. Aber es gab glaube ich auch noch andere. Ich glaube, es ist ganz wichtig zu wissen, dass 2/10 Startups überhaupt überleben.

00:21:06: Und das heißt ja meistens auch daran, dass irgendwann das Geld ausgeht. Dementsprechend ist die Bereitschaft bei Startups sicherlich insbesondere die Arbeitsleistung anzubieten und nicht unbedingt mit Spenden und Großspenden zu agieren. Und man muss ja auch so sehen, das ein Riesenpotenzial an talentierten Arbeitskräften in diesen Startups schlummern. Und wir als Beispiel haben schon Politiker unterstützt oder unterstützen sie bis heute. Das heißt mit unserer Dienstleistung, die wir normalerweise an Kunden abrechnen, unterstützen wir pro bono.

00:21:41: Politiker helfen Ihnen, dort Prozesse aufzusetzen, helfen ihnen so Strukturen zu bauen, sodass sie weiter auf sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und sich nicht ablenken lassen durch Dinge, die nichts mit ihrem Kerngeschäft zu tun haben. Politik für diejenigen, die Sie nicht kennen, ist eine Initiative, die sehr erfolgreich daran arbeitet, Talente zu unterstützen, die in die Politik gehen wollen, aber aus anderen Bereichen kommen. Und. Mich würde mal interessieren, was sind das denn für Prozesse, um sich das mal so ganz konkret vorzustellen? Was macht ihr ganz genau und leitet ihr dann jemand aus, der auch dann drei Tage am Stück da mitarbeitet? Oder wie hat man sich das vorzustellen? Wir sind immer Ansprechpartner, das heißt jederzeit, Wenn es eine Frage gibt, sei es aus dem Management von Join Politics oder aus den Fachbereichen, werden unsere Kolleginnen und Kollegen kontaktiert.

00:22:33: Wir helfen im Recruiting Prozess. Wir helfen beim Aufsetzen des Controllings, bei Buchhaltungsprozessen. Wir haben einen Austausch zwischen mir als einer der Geschäftsführer von Top Partners und dem kaufmännischen Geschäftsführer von Join Politics, um bestimmte Fragestellungen, die uns beiden begegnen, zu besprechen. Ich habe auch deswegen gefragt, weil es so ein, zwei Hürden immer gibt, diese Prozesse gut aufzusetzen. Und zwar ist es manchmal so, dass die Zeit, Budgets, die Unternehmensberatungen oder Anwaltskanzleien, die so was auch häufiger machen, nicht unbedingt mit den Bedarfen der Projekte zusammenfassen.

00:23:10: Es gibt immer mal wieder Arbeitgeber, die sagen Ach toll, zwischen zwei Projekten habe ich jetzt zehn Arbeitstage eines Beraters. Zeit Der kann da irgendwas machen. Das entspricht aber nicht unbedingt dem zivilgesellschaftlichen Projekt in Sachsen und Thüringen. Das sagt, wir brauchen eigentlich dann eine Beratung, wenn wir hier einen Rechtsstreit haben und nicht, wenn jemand gerade Zeit hat. Ist euch das Phänomen auch begegnet, dass es da so ein bisschen Mismatch gibt zwischen demjenigen, der helfen will und den, der Hilfe braucht? Oder habt ihr gute Wege gefunden, das zu vermeiden? Also vielleicht mal einen Schritt zurück.

00:23:44: Wir haben. Im Zuge mehrerer Maßnahmen haben wir das Koppelering bei uns erst etabliert. Das heißt, bis vor einem Jahr gab es das gar nicht und wir haben unseren Mitarbeitenden fünf Tage pro Jahr bereitgestellt. Oder unsere Mitarbeiter können fünf Tage pro Jahr Volontariat betreiben, bezahltes Volontariat betreiben. Es gibt immer Projekte, da passt es sehr gut, Die kann man planen. Da hat man dann ein paar Tage Zeit, man will, es, wird umgesetzt, dann wird es ein paar Rückfragen geben, da passt es sehr gut rein.

00:24:15: Aber es gibt natürlich auch einige Projekte, da passt es überhaupt nicht rein, weil dann das Tagesgeschäft überhand nimmt und man eigentlich für die Rückfragen oder für die Unterstützung gar nicht mehr bereit ist. Passiert uns weniger aktuell. Aber ich hoffe ehrlicherweise, dass uns das zukünftig mehr passiert. Das würde bedeuten, dass wir noch mehr wollen Sharing betreiben. Ich würde gerne an dieser Stelle noch mal einen Schritt zurückgehen. Wir haben jetzt viel darüber gehört, was ihr im Bereich Corporate Volontariat macht. Das ist ja ein Aspekt dieses ganzen Bereichs PR, Corporate Political Responsibility, angelehnt an Corporate Social Responsibility.

00:24:51: Welche Initiativen habt ihr denn noch ergriffen? Ganz am Anfang? Genau. Wir haben letztendlich den Bereich PR in drei, in drei Säulen geteilt. Die erste Säule nennen wir visionäre Leadership. Da geht es viel darum, was wir als Management, als Geschäftsführung tun. Ich sitze zum Beispiel heute hier in diesem Podcast. Wir haben eine Stiftung gegründet, wir haben unsere Transformation wissenschaftlich begleiten lassen. Ich spreche mit anderen Unternehmerinnen, Unternehmer über das Thema. Die zweite Säule ist die sogenannte Delivery Engine.

00:25:23: Das sind unsere Fachabteilungen, unsere Personalabteilung und die Kommunikationsabteilung, die sich darum kümmern, dass unsere Recruiting Prozesse, unser Feedback Prozesse, dass das Hand in Hand geht mit unseren Maßnahmen, die wir im Zuge von CTA entwickeln. Wir haben das Cockpit Voluntaring etabliert. Wir haben am PC teilgenommen. Das sind Maßnahmen, die unter die Säule Delivery Engine fallen. Und dann haben wir eben die Säule miteinander. Initiativen miteinander nennen wir sie. Das ist der Zusammenschluss von den 40 % unserer Mitarbeitenden oder über 40 % unserer Mitarbeitenden, die sozusagen Bottom up Maßnahmen entwickeln, die unter den Bereich CTA fallen.

00:26:03: Dazu gehören Safe Spaces, die wir etabliert haben. Wir bekommen regelmäßige Impulse, unter anderem zu interkulturelle Kommunikation, gewaltfreie Kommunikation. Wir sprechen über marginalisierte Gruppen, Wir haben eine interne Wissensdatenbank aufgebaut und sprechen immer wieder über Knowledge Nuggets, die nichts mit unserem Alltag zu tun haben, aber total Opening sind im Zuge von unserer Verantwortung für Demokratie. Ja, finde ich total spannend. Für mich klingt das so, als ob ihr innerhalb eines Jahres angeht, was andere über Jahre versuchen und etablieren.

00:26:41: Ja, auch diese verschiedenen Aspekte der Corporate Political Responsibility lebt Also einerseits dieser Ton from the top. Bei euch heißt das visionäre Leadership, dass ihr das einmal macht und gleichzeitig aber auch die Mitarbeitenden auf der untersten Ebene mitnehmen und vor allen Dingen auch auf das Miteinander und das aufeinander zugehen setzt. Das finde ich super spannend. Mich würde noch interessieren, wie das insgesamt in eurer Belegschaft jetzt ankommt. Also die 40 Leute, die mitmachen, Klar, die haben, die haben Lust, die wollen dabei sein.

00:27:16: Machen die anderen auch mit oder halten die sich eher zurück? Genau. Am Anfang waren wir haben circa 40 % der Mitarbeitenden mitgearbeitet. Und es ist halt ganz normal, dass über die Zeit der Anteil derjenigen auch ein bisschen abnimmt, weil die Anfangseuphorie ist weg, die Anfangs Dynamik ist weg, und je weiter du im Prozess bist, desto mehr braucht es wirklich das spezifische Commitment für Themen. Und dementsprechend pendeln wir uns wahrscheinlich irgendwo bei 30 40 % gerade ein.

00:27:48: Aber schön sind halt Formate, wo du noch mehr Leute erreichst. Also so im Peaks immer wieder ein Format einstreuen, wo viele mitmachen. Wir haben im letzten Jahr zwei Formate gehabt, wo wir unsere Werte und Unternehmenswerte konkret erarbeitet haben. Gemeinsam. Das waren wir bei unserem Company Offside, da waren sicherlich 60 Leute dabei und das Gleiche haben wir kurz vor Weihnachten noch mal gemacht. Durch den ersten. Durch einen externen Impuls haben wir, haben wir diesen Workshop gestartet und haben dann auch über mehrere Stunden wiederum mit 50 60 Mitarbeitenden einen zweiten Wert erarbeitet.

00:28:22: Vielleicht zum Schluss noch mal die Frage Gibt es etwas, was du aus den Erfahrungen der vergangenen zwölf Monate für andere Unternehmen mitnehmen kannst? Also man lernt ja in so einer Phase auch was über die Ansprache, auch über die Frage, welche aktuellen Ereignisse sind eigentlich geeignet, um sie zu diskutieren? Da ist ja jetzt im Jahr 25 auch wieder jede Menge Stoff für Diskussionen. Und du bist ja, das finden wir auch wirklich toll auch zu diesen Themen im Austausch mit anderen Start up Unternehmen, mit dem Startup Verband usw, um auch zu versuchen, über euer eigenes Unternehmen hinaus dieses Thema voranzutreiben.

00:29:03: Also gibt es da so Messages? Gibt es Erfahrungen, die du sagen würdest, das hätte euch geholfen, wenn ihr das vor einem Jahr so gewusst hättet oder die vielleicht anderen andere unterstützen können? Ich glaube, es wäre sehr gut gewesen, wenn es eine Liste gegeben hätte, was man tun kann, welche Maßnahmen es gibt. Dann wären wir wahrscheinlich noch deutlich schneller gewesen. Also eine Liste, eine eine Sammlung an Themen, die man angehen kann. Das ist das, was uns auf jeden Fall geholfen hätte. So war es sehr viel Arbeit, die Themen, die möglichen Maßnahmen zusammen zu sammeln.

00:29:36: Und gleichzeitig finde ich persönlich sehr wichtig, dass man immer erst seine Hausaufgaben macht, also bevor man nach draußen geht. Als Geschäftsführerin, als Geschäftsführer fände ich es ganz wichtig, dass man erst anfängt, die Maßnahmen bei sich zu etablieren, zu entwickeln und umzusetzen und so die gesamte Belegschaft hinter sich zu haben, bevor man nach draußen tritt und dort andere Unternehmen und oder andere Unternehmer begeistert für das Thema PR. Gab es für dich als Führungskraft auch ein Learning dabei? Also es ist ja manchmal auch so, dass wenn man sagt, Demokratie und Wirtschaft, das bedeutet mehr Demokratie und andere Entscheidungsprozesse im Unternehmen selber zu leben.

00:30:20: Wir sagen da immer im Business Council for Democracy, dass es wirklich ganz unterschiedliche Wege gibt, das Thema anzugehen. Demokratie bedeutet nicht Abwesenheit von Hierarchie und bedeutet auch nicht unbedingt Basisdemokratie. Und alles wird alle von allen Mitarbeitenden auf Augenhöhe gemeinsam entschieden. Da muss man sich wirklich immer die konkrete Situation angucken und was in welchem Unternehmen zu welchem Zeitpunkt passt. Aber ich weiß, dass bei euch einfach Organisationsentwicklung und die Frage Was sind gute Entscheidungsprozesse sowieso etwas ist, was ihr viel reflektiert.

00:30:53: Und insofern ist natürlich dann eine Diskussion über das Thema Demokratie auch ein Anlass zu fragen. Also gibt es Entscheidungen bei uns, die wir demokratischer fällen wollen, wo Demokratie bedeutet, einfach nach Mehrheit entscheiden oder einfach mehr Bottom up Prozesse einbinden und kann auch eine Gelegenheit für eine Selbstreflexion von Führungskräften sein. Also wo möchte ich eigentlich top down entscheiden? Wo möchte ich das anders machen? Gab es da bei dir persönlich auch noch einen Reflexionsprozess dazu oder seid ihr da, weil ihr in dem Bereich unterwegs seid? Sowieso so gut aufgestellt, dass da für dich nicht viel Neues dabei war? Es war natürlich sehr viel Neues dabei und vor einem Jahr habe ich mir nicht die Frage gestellt, ob wir als Unternehmen uns für die Demokratie stark machen.

00:31:39: Und in diesem in diesem Jahr habe ich so viel gelernt und so viel reflektiert. Und ich glaube, wir haben sehr viel Prozesse auch verändert. Wir haben sehr viele Prozesse uns angeschaut und angepasst, weil wir in diesen sechs Monaten oder 6 bis 12 Monaten sehr viel gelernt haben und und Unternehmertum eben nicht nur das klassische Silicon Valley ist, sondern es gibt eben auch andere Beispiele, die wirtschaftlich erfolgreich sind wie Patagonia und trotzdem sehr viel Gutes tun. Ganz wichtig bei den bei dem Thema PR und diesen Maßnahmen, die wir ergriffen haben über die letzten zwölf Monate.

00:32:13: Die Basis wird halt immer der wirtschaftliche Erfolg sein. Das heißt, wir müssen sicherstellen, dass wir Kunden gute, gute Arbeit leisten, dass wir genug Geld auf dem Konto haben. Wir müssen gut wirtschaften, um die Gelder zu zahlen. Und das ist die Basis für alles. Und das ist nicht die Kirsche auf der Torte, sondern es ist letztendlich auch ein Basiselement für unser erfolgreiches Wirtschaften. Nur letztendlich braucht es den wirtschaftlichen Erfolg, um überhaupt umsetzen zu können, weil sonst wird es die Firma nicht geben. Moritz Mich würde noch interessieren, wie geht es denn eigentlich deinen Mitarbeitenden und hast du Rückmeldungen von ihnen, wie sie das ganze letzte Jahr empfunden haben, wie sie eure Initiativen empfunden haben? Kommen Sie beispielsweise super inspiriert aus dem Cockpit zurück oder hast du.

00:33:00: Hast du da Eindrücke, die du mit uns teilen kannst? Also bisher sind es natürlich jetzt nur subjektive Eindrücke, die ich habe, weil wir gerade auf das Ergebnis der wissenschaftlichen Auswertung warten. Das ist eine Masterarbeit, die über unseren, über unsere Transformationen geschrieben wird. Und dort haben wir auch eine große Umfrage gemacht unter allen Mitarbeitenden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es wahrgenommen wird. Letztendlich sieht man in den Augen der Leute, die aktiv mitarbeiten, das Strahlen und die Extrastunden und das Schwitzen für bestimmte Themen.

00:33:34: Also es ist gerade eine Mischung aus Einzelmomenten, die man für sich selbst einordnet und dem Abwarten, wie die das Ergebnis sein wird. Ich kann nur so viel sagen Wir machen zweimal im Jahr eine Mitarbeitenden. Umfrage Wie glücklich sind die Mitarbeitenden bei uns bei Talk Partners? Würden Sie uns als Arbeitgeber weiterempfehlen? Und dieser Wert ist zumindest auf einem gleichbleibenden hohen Niveau. Also ich kann zumindest ausschließen, dass die Mitarbeitenden es nicht gut finden.

00:34:04: Und vielleicht kann man damit damit abschließen. Ja, dann sage ich an der Stelle einfach noch mal vielen Dank, Moritz, dafür, dass du auch letztlich vorlebst, dass das kein Widerspruch ist und dass wirtschaftlicher Erfolg und Demokratie Engagement gut zusammenfassen. Gerade in diesen Zeiten muss man vielleicht auch mal betonen, dass Demokratie kein Schönwetterthema ist und Haltung nicht irgendwie etwas ist, was man sich leisten kann, wenn es gerade mal gut läuft, sondern einfach in ganz unterschiedlichen Phasen von Konjunktur dazugehört. Gerade bei dir merkt man immer einen wahnsinnigen Drive und eine wahnsinnige Begeisterung für das Thema.

00:34:40: Und ja, ich wünsche dir und uns, dass du diesen Schwung, den du da mitbringst, auch in Zukunft bei unseren Treffen und bei unseren Formaten im Big Four die einbringt. So wie heute in diesem Podcast an dieser Stelle. Deswegen erstmal einfach vielen Dank für dieses tolle Gespräch und auf bald. Danke dir, Moritz. Vielen Dank! Bis bald.

00:35:03: Wir haben also gehört, wie aus Haltung Handlung wird, bevor diese Folge endet. Fassen wir noch einmal kurz zusammen, was wir mitnehmen können. Change Work.

00:35:19: Von Moritz Schlageter und Franzi von Campus können wir unter anderem das hier lernen.

00:35:28: Wenn Unternehmen ihre Haltung und ihre prodemokratische Position nach außen tragen, dann ist das super. Wichtig ist aber, dass diese Haltung auch intern, also auch von den Mitarbeitenden, mitgetragen wird. Viel davor und viel dahinter sozusagen.

00:35:48: Fakt ist Eine Unternehmens Haltung kann Mitarbeitenden Orientierung geben.

00:35:56: Um bei einer demokratischen Transformation möglichst alle mitzunehmen und einzubinden, gibt es unterschiedliche Methoden und Formate für Mitarbeitende. Zum Beispiel Corporate Volontärin, Informationsreihen, Diskussionsrunden oder Schulungen.

00:36:15: Unternehmen können lernen, Demokratie zu leben. Das zeigt die Entwicklung von Talkpartners, die Moritz Schlageter nacherzählt hat und die bis heute andauert.

00:36:32: Widerstände kann es immer geben, weiß Franzi von Campos. Umso wichtiger, dass Unternehmen zusammenarbeiten und sich gegenseitig als Vorbild dienen.

00:36:46: Und wir hoffen natürlich, dass wir ihnen eines dieser Vorbilder heute vorgestellt haben.

00:36:56: Und das war's mit der vierten von insgesamt sechs Folgen. Democracy at Work. Die nächste Folge gibt's in zwei Wochen. Und wenn euch der Podcast gefallen hat, bewertet ihn gerne und abonniert in. Dieser Podcast wurde übrigens im Rahmen des Projekts Big Four entwickelt. Das ist kurz für Business Council for Democracy, Der BCVD ist ein Netzwerk von Arbeitgebern, das sich für Demokratie am Arbeitsplatz einsetzt. Dabei können zum Beispiel Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Schulungen zur Ausbreitung von Hassrede, Desinformation und Verschwörungserzählung erfahren und lernen, etwas dagegen zu tun.

00:37:33: Der BCVD ist ein Gemeinschaftsprojekt der gemeinnützigen Hertie Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und des Institute for Strategic Dialogue. Mehr dazu in den Shownotes. Produziert wird dieser Podcast vom Studio ZX, einem Unternehmen des Zeitverlags. Mein Name ist Jonas Ross. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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